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Bodenpflege und N-Düngung im Hinblick auf die Sicherung der Weinqualität

R. Fox
LVWO Weinsberg
E-Mail:
rudolf.fox@lvwo.bwl.de

Wein trinken soll Spaß machen, Genuss bedeuten oder, wie es die neue deutsche Weinwerbung auf den Punkt bringt, das Produkt Wein soll unwiderstehlich (Widerstand zwecklos) sein. Bei manchen deutschen Weißweinen ist dies eben gerade nicht nur von der äußeren Aufmachung her, sondern insbesondere auch vom Inhalt der Flasche, also dem Wein selbst, nicht der Fall. Vielen Weinen fehlt Frucht, Duft, Eleganz und Weinigkeit, also gerade das, was deutsche Weine gegenüber südlichen Herkünften eigentlich auszeichnen sollte. Aus heutiger Sicht dürfte als Ursache hierfür, neben zu frühem Lesetermin sowie jahrgangsbedingt teils zu hohen Erträgen, vor allem die Häufung von Trockenjahren, verbunden mit wenig wasserschonender Bodenpflege und vernachlässigter Humusversorgung, sein.

Welch starken Einfluss die Trockenjahre und damit auch eine mehr oder weniger wasserschonende Bodenpflege auf die Weinqualität haben, hat sich u. a. in den 90er Jahren im Auftreten der untypischen Alterungsnote gezeigt. Diese Stressprobleme, eben ausgelöst durch geringe Wasser- und damit auch Nährstoffverfügbarkeit, sind trotz der in den letzten beiden Jahren regional zeitweilig besseren Wasserversorgung durch ausreichende Niederschläge nicht verschwunden.

Ebenso wie die Rebe als relativ stressfeste Pflanze Stressperioden recht gut übersteht und dabei aus ihren Reserven zehrt, so dauert es einige Jahre, bis der Reservespeicher wieder gefüllt ist und damit wieder eine ausreichende Stressfestigkeit gegeben ist. Sichtbar wird dieser Stress in schwachem Wuchs, hellem Laub sowie früherer Herbstverfärbung verbunden mit vorzeitigem Laubfall. Nachdem die Rebe unter solchen Bedingungen weniger Reserven einlagern kann, ist die Stressfestigkeit im Folgejahr geringer. Wird in solchen Beständen oder Teilbereichen von Flächen nicht grundsätzlich etwas an der Bewirtschaftung geändert, wirkt sich dies nicht nur auf die Menge des Ertrages, sondern insbesondere auf die Weinqualität negativ aus. Tückisch hierbei ist, dass die Mostgewichte zunächst nicht abfallen und für den Winzer deshalb vordergründig kein Anlass besteht, an der Bewirtschaftung etwas zu ändern. Wer jedoch selbst Wein ausbaut, wird relativ rasch feststellen, dass die „innere" Qualität – Extrakt, Restextrakt, Frucht und Duft sowie Weinigkeit – schneller reagiert, als dies im Mostgewicht zum Ausdruck kommt. Was die u. a. beeinflussen kann, wurde von Fox et al. (1) in dieser Zeitschrift zitiert und erläutert.

Bodenpflege und Weinqualität

Unbestreitbar war die Einführung der Begrünung in Hinblick auf Erosionsschutz, bessere Befahrbarkeit sowie den Grundwasserschutz von Vorteil. Genauso ist aber inzwischen die negative Wirkung einer Wasser- und Nährstoffkonkurrenz gegenüber der Rebe insbesondere auf die „innere" Qualität der Trauben bzw. des späteren Weines vielfach schmerzlich und mit erheblichen finanziellen Verlusten in der Praxis zutage getreten. Begriffe wie „untypischer Alterston" sowie „Ferm-N-Wert" weisen auf die Qualitätsprobleme einerseits sowie die Zusammenhänge andererseits hin. Während in den 70er Jahren Gesamtaminosäurewerte im Most von über 4.000 mg/l keine Seltenheit waren, so sind in den vergangenen Jahren Werte unter 1.000 mg/l ebenfalls nicht selten nachzuweisen.

Wegen des N-Mangels im Most kommt es bekanntlich zu verlangsamter Gärung sowie im Extrem zu vorzeitigem Gärstopp und mehr oder weniger hohen Restzuckergehalten. Die Weine sind kurz, stumpf bis bitter und ziehend.

Nachdem wir heute u. a. durch die Arbeit von Prior, Geisenheim, wissen, dass die Einlagerung von Stickstoff in die Beeren wie auch in den Reservespeicher der Rebe hauptsächlich in der Reifephase abläuft, kommt einer ausreichenden Verfügbarkeit an Wasser als Lösungs- und Transportmittel insbesondere zu dieser Zeit eine entscheidende Bedeutung zu. Gerade in dieser Phase sind jedoch bekanntlich die bodenpflegesystembedingt unterschiedlichen Wassergehaltswerte besonders ausgeprägt und üben deshalb einen starken Einfluss auf die Verfügbarkeit und damit auch die Einlagerung von Mineralstoffen insgesamt sowie Stickstoff im besonderen aus. Aus einer gehen zusammenfassend die in diesem Zusammenhang wichtigsten positiven sowie negativen Aspekte der Dauerbegrünung hervor.

Anhand eines langjährigen Düngungs- und Bodenpflegeversuches mit jeder 2. Gasse Winterbegrünung bzw. Dauerbegrünung (Abb. 1) wird der bodenpflegebedingte Einnfluss auf die Verfügbarkeit an Stickstoff (NO 3- + NH 4 + ) unter absolut gleichen Standortbedingungen deutlich. Während in den Winterbegrünungsgassen im Mittel der Jahre ein deutlicher Anstieg der verfügbaren Werte nach Umbruch und Düngung der Begrünung an der Säulenhöhe ersichtlich wird, war bei Dauerbegrünung, trotz Düngung, nur ein sehr bescheidener Anstieg in den Sommer hinein zu ermitteln. Während der Hauptbedarfsphase der Rebe ab Ende Juni bis Ende Juli sowie zum Zeitraum Reifebeginn und später lag somit bei Dauerbegrünung keine ausreichende Verfügbarkeit vor. In den über Sommer offen gehaltenen Gassen und damit deutlich verbessertem Wasserhaushalt hingegen kommt das Nährstoff- und Wasserangebot dem Bedarfsrhythmus der Rebe, selbst in den Varianten ohne Düngung, nahezu ideal entgegen.

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Abbildung 1: Gesamtstickstoffgehalteim Boden im Mittel von 1992-1999 (N-Versuch Gundelsheim)

Um auch bei Dauerbegrünung die Verfügbarkeit an Wasser und Nährstoffen während der Hauptbedarfsphase der Rebe zu verbessern, hat sich der „Eingriff" mittels Fräse oder Kreiselegge Ende April bis Mitte Mai als brauchbar erwiesen. Es kommt dabei zu geringerem Wasserverbrauch durch reduzierten Aufwuchs und gleichzeitig durch den teilweisen Umbruch der Begrünung zu einem Mineralisationsschub mit Nitratfreisetzung – Abb. 2, Jahre 1993 und 1994. Die sich über die folgenden Wochen wieder regenerierende Begrünungsdecke führt jedoch im Spätsommer/Herbst eher zu geringerer Nährstoffverfügbarkeit als bei permanenter Dauerbegrünung – Abb. 3. Dies hilft, ein eventuelles Überangebot an Stickstoff zu vermeiden und senkt dadurch auch z. B. den Botrytisbefall. Steht jedoch insgesamt ein geringes Nitratangebot (Trockenjahre, ganzflächige Begrünung) zur Verfügung, leidet die Einlagerung von Aminosäuren in die Beere sowie in die Speicherorgane des Stockes darunter. Dies hat negative Folgen für die Weinqualität und die Stressfestigkeit des Rebstockes im Folgejahr.

Aus Abb. 2 geht insbesondere auch hervor, dass der Eingriff auf dem humusarmen Standort ohne jegliche Humuszufuhr und einer N-Düngung von 55 kg/ha zwar in den Anfangsjahren zu zeitgerechter Nitratfreisetzung geführt hat, mangels Humusreserven aber bald „erschöpft" war, d. h., der Eingriff in den späteren Jahren zu keiner verbesserten Verfügbarkeit geführt hat.

Nmin-Gehalte zur Rebblüte

Abbildung 2: Nmin-Gehalte bei unterschiedlicher Bodenpflege von 1993 bis 1999; Termin Rebblüte; Riesling; Düngung 55 kg N/ha zum Austrieb

Bei permanenter Dauerbegrünung ist im Verlauf der Jahre 1993 bis 1999 sowohl zum Termin Blüte als auch Weichwerden eine sinkende Nitratverfügbarkeit festzustellen – Abb. 2 und 3. Dies unterstreicht die nachlassende „Fruchtbarkeit" selbst bei Dauerbegrünung, wenn auf trockenen Standorten kein Humus zugeführt wird.

Nmin-Gehalte beim Weichwerden
Abbildung 3: Nmin-Gehalte bei unterschiedlicher Bodenpflege von 1993 bis 1999; Termin Weichwerden; Riesling; Düngung 55 kg N/ha zum Austrieb

Humusreichere Standorte sowie ausreichende Humuszufuhr bieten naturgemäß ein wesentlich höheres Mineralisationspotenzial und „reagieren" dadurch nachhaltiger auf "Eingriffe in das System". Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Humuszufuhr auf unseren trockenen Rebstandorten mit ihrer geringen Produktion von organischer Substanz durch Begrünungsaufwuchs selbst auf dauerbegrünten Standorten.

Im Gärverlauf sowie der Weinqualität lagen eindeutige Beziehungen zwischen der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit in Abhängigkeit der Bodenpflege vor. So verlief die Gärung der Moste aus den winterbegrünten sowie wechselweise begrünten Parzellen im Jahr 1997 recht zügig und vollständig – Abb. 4; in der langjährig permanent dauerbegrünten Parzelle ohne jegliche N-Düngung dagegen recht schleppend und nicht ganz zu Ende. Die Moste aus den Parzellen Dauerbegrünung mit Eingriff wiesen einen nur leicht verzögerten Gärverlauf auf.

Gaerverlauf

Abbildung 4: Gärverlauf bei Mosten aus unterschiedlicher Bodenpflege und Stickstoffversorgung im Jahr 1997

Die Weinbeurteilung nach der deskriptiven Methode sowie nach Rangfolge – Abb. 5 – ist nahezu gleichlaufend mit dem Gärverlauf bzw. der Gärdauer. So wurden die Variante Winterbegrünung sowie Dauerbegrünung/Winterbegrünung mit der besten Rangfolge, die permanente Dauerbegrünung ohne N mit der schlechtesten Rangfolge eingestuft.

Am Netzdiagramm – Abb. 5 – wird ersichtlich, dass bessere Rangfolge mit den rieslingtypischen Attributen Zitrone und Apfel/Pfirsich sowie der Nachhaltigkeit in positiver Beziehung steht – Variante Winterbegrünung. Dort, wo die negativen Attribute bitter/ziehend, Mottenkugeln, nasser Lappen sowie Antikwachs stärker ausgeprägt sind (permanente Dauerbegrünung ohne N), ist die Rangfolge mit Abstand am schlechtesten. Die lediglich mittlere Einstufung der Bodenpflegevariante Dauerbegrünung mit Eingriff sowohl was die Rangfolge als auch die deskriptive Einstufung angeht, spiegelt – wie oben beschrieben – die dort zu geringe Verfügbarkeit an Wasser- und Nährstoffen trotz langjährig nahezu gleicher N-Düngung wider.

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Abbildung 5: Weinbeurteilung aus unterschiedlicher Bodenpflege und N-Düngung, Riesling 1997, Probe am 28.05.1998

Fazit für die Bodenpflege

Besonders bei Weißweinsorten ist auf standortangepasste Bewirtschaftung zur Sicherung der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit und damit Sicherung der „inneren" Qualität zu achten – siehe . Nur dort, wo hohe Humusgehalte, ausreichende Wasserspeicherfähigkeit und ausreichende Niederschläge vorliegen, ist zu erwarten, dass selbst bei ganzflächiger Dauerbegrünung die Weinqualität „stimmt". Bei weniger guter Wasserverfügbarkeit kann das System durch Eingriff in die Begrünung in Verbindung mit ausreichender Humuszufuhr „entlastet/optimiert" werden.

In der Regel dürften die begrenzten Wasservorräte sowie die teils ungünstige Verteilung der Niederschläge und die zunehmenden Witterungsextreme mit kurzfristig hohen Niederschlägen, aber auch ausgeprägten Trockenperioden jedoch allenfalls die Dauerbegrünung in jeder 2. Gasse in Verbindung mit Winterbegrünung in der jeweils anderen Gasse zulassen, um saftige, fruchtige Weißweine zu erzielen. Dort, wo dies vom Wasserhaushalt her nicht möglich ist, bietet die Winterbegrünung oder sogar die Abdeckung mit organischem Material, z. B. in Steillagen, eine gute Möglichkeit. Wo die Erntemaschine eingesetzt wird, ist bei über Sommer offenen Gassen generell darauf zu achten, dass in der Gassenmitte ab etwa Mitte Juli keine Bearbeitung mehr erfolgt, um eine ausreichend abgesetzte, tragfähige „Fahrbahn", möglichst mit natürlichem Bewuchs, zu haben.

N-Düngung und Weinqualität

Gegenüber der Bodenpflege kommt der mineralischen Düngung eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Ziel muss es sein, durch angepasste Bodenpflege sowie ausreichender organischer Düngung (Humusgehalt 0 –40 cm, ca. 2 –3 %) die Wasser- und damit Nährstoffverfügbarkeit entsprechend dem Bedarfsrhythmus der Rebe zu sichern. Die Mineraldüngung dient dazu, dieses „System" immer wieder den Bedingungen entsprechend aufzufüllen. So bietet sich in Zusammenhang mit Winterbegrünung die Ausbringung der N-Düngung je nach Pflanzenart und Wüchsigkeit des Pflanzenbestandes bereits Ende März (Winterrübsen/Buko) oder spätestens Mitte April (Wintergetreide) mittels Kastendüngerstreuer an. Der ausgebrachte N-Dünger steht somit den Teilzeitbegrünungspflanzen während ihrer Hauptbedarfsphase zur Verfügung und fördert enorm die Masseleistung. Nachdem ein „guter" Teilzeitbegrünungsbestand zwischen 100 bis über 150 kg N/ha in die organische Masse einlagern kann und dies nach dem Umbruch im Mai und anschließender Mineralisation ca. ab Ende Juni als fließende N-Quelle zum großen Teil der Rebe zur Verfügung steht, ist dies im Sinne bedarfsgerechter Verfügbarkeit für die Rebe positiv zu bewerten – siehe Abb. 1. Die Bedenken bezüglich erhöhter Auswaschung durch den frühen Ausbringungstermin dürften wenig begründet sein, da der Begrünungsaufwuchs, wie oben angeführt, den verfügbaren Stickstoff weitgehend in den Aufwuchs einlagert. Bei unseren Untersuchungen auf Nmin lagen selbst in Trockenjahren in den über Sommer offen gehaltenen Teilzeitbegrünungsgassen praktisch immer ausreichende Werte über Sommer sowie auch während der Reifephase der Rebe vor.

Bei offen gehaltenen Gassen mit ausreichendem natürlichem Bewuchs führt eine zeitige Ausbringung der N-Düngung ebenfalls zu verbesserter „Masseleistung" und somit in Verbindung mit späterer Bearbeitung zu ähnlichen Effekten wie bei gezielter Einsaat.

Bei Dauerbegrüung sollte die N-Düngung nicht zu früh – nicht vor Ende April – ausgebracht werden, um den Massenwuchs stickstoffliebender, hochwüchsiger, wasserzehrender Arten nicht unnötig zu fördern. Dies kann bis zu 20 l/m 2 oder 20 mm Wasser sparen helfen. Ist jede Gasse begrünt, kann durchaus in jeder 2. Gasse in Verbindung mit dem Rebholzhäckseln ein Großteil oder sogar die gesamte Menge mittels Kastenstreuer im Frontanbau ausgebracht werden. Dies führt in Verbindung mit den nachfolgenden Niederschlägen zur Einwaschung größerer, durch die Begrünung nicht festgelegter „Reste" unter die Grasnarbe und sichert somit eher die Verfügbarkeit für die Reben.

Auch bei Eingriff in die Begrünung, z. B. in jeder 2. Gasse, bietet sich die Ausbringung der N-Düngung eben gerade in diese Gasse an, um den gewünschten Mineralisationsschub zu fördern. Ist jede 2. Gasse dauer- bzw. winterbegrünt, kann durch die weitgehende Ausbringung in die Winterbegrünungsgasse die Verfügbarkeit in Verbindung mit der in der Regel hier ausreichenden Bodenfeuchte sehr gut gesichert werden. Die Dauerbegrünung wird bei dieser Vorgehensweise nicht unnötig im Massenwuchs gefördert, es wird weniger Wasser verbraucht sowie die erforderliche Mulchhäufigkeit gesenkt.

Diese systemangepasste, zeitgerechte sowie durch die Ausbringung mittels Kastenstreuer zielgerichtete Ausbringung trägt in Verbindung mit den Bodenpflegemaßnahmen dazu bei, für die Rebe eine dem Bedarfsrhythmus angepaßte Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen zu sichern.

Mineraldüngermengen von 0 bis maximal 80 kg N/ha dürften je nach Wuchs der Reben, Humusgehalt und Bodenpflegesystem – bei Neueinsaat einer Dauerbegrünung auch eventuell kurzfristig etwas mehr – ausreichen. Hierbei hat sich die Ausbringung zum Vorblütetermin bei Gaben bis ca. 60 kg  N/ha als einmalige Gabe bewährt. Nachblütegaben „wirken" nur dann, wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, was bei unseren Rebstandorten allenfalls bei über Sommer offenem Boden gegeben ist. Eine Ausbringung auf dauerbegrünte Gassen ist demnach zur Nachblüte nicht sinnvoll. Für die Ausbringung der gesamten Menge zum Vorblütetermin spricht auch die Erfahrung u. a. von Müller (2), nach der die Nachblütedüngung die Restnitratwerte zum Vegetationsende erhöht und damit größere Auswaschungsgefahr ins Grundwasser besteht.

Unter besonderen Stressbedingungen hat sich bei unseren Versuchen die Blattdüngung als gute Ergänzung erwiesen. Dies zeigte sich in verbesserter Vitalität der Reben, späterer Herbstverfärbung sowie leicht verbesserter Weinqualität.

Auf besonders kargen Standorten und geringem Wasserspeichervermögen mit häufigen Stressproblemen ist auf Dauer nur durch eine entsprechend nachhaltige Humuszufuhr Besserung zu erzielen.

Fazit für die N-Düngung

N-Düngung und Bodenpflegesystem sind gesamtheitlich zu sehen. Hierbei muss über standortangepasste Bewirtschaftung und Humuszufuhr die Wasserversorgung und damit die Nährstoffversorgung sichergestellt werden. Systemangepasste, rechtzeitige Ausbringung der Düngung, z. B. mittels Kastenstreuer, sichert eine gute Verfügbarkeit für die Rebe.

Eine Nachblütedüngung kommt selten zeitgerecht zur „Wirkung", weshalb in Verbindung mit der heutigen Bewirtschaftung und zumindest teilweiser Begrünung in der Regel die gesamte Gabe (max. 60 kg N/ha zu einem Termin) zum Zeitraum Vorblüte gegeben werden kann.

Schluss

„Wer guten Wein will, der keltre reife Trauben." Ziel unseres Handelns muss es deshalb im Sinne reifer Trauben mit hoher „innerer" Qualität sein, Bodenpflege und N-Düngung so zu gestalten, dass die Rebe bedarfsgerecht versorgt wird.

Literatur

(1) Fox, R. et al (1997): Bodenpflege und N-Düngung – eine Gratwanderung

Das Deutsche Weinmagazin, 12, 28 – 33

(2) Müller, E. (1999): 15 Jahre Stickstoffdüngungsversuche, Teil I: Erfahrungen und Konsequenzen, Teil II: Nach mir die Sintflut?

Das Deutsche Weinmagazin, 19, 27 – 32 sowie 20, 28 - 32

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