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Bodenuntersuchung im Wein- und Obstbau

Alle Dünge- und Bodenbewirtschaftungsmaßnahmen haben das Ziel, die optimale Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen zu gewährleisten und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit zu fördern oder zu erhalten. Um diese Ziele zu erreichen , muss die Düngung nach Art, Menge und Zeitpunkt auf den Bedarf der Kulturen abgestimmt werden. Neben den verfügbaren Nährstoffen und dem Humusgehalt des Bodens müssen die Standort- und Anbaubedingungen, wie Sonneneinstrahlung, Wärme- und Wasserhaushalt, die physikalischen Bodeneigenschaften und die Pflanzengesundheit in die Überlegungen eingehen.

Die chemische Bodenuntersuchung ist ein wichtiges Instrument, um die pflanzenverfügbaren Nährstoffe zu ermitteln. Daneben werden über den pH-Wert, die Bodenart und den Humusgehalt wichtige Hinweise auf die Düngung bzw. erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Bodeneigenschaften gegeben.

Um aus der Bodenuntersuchung aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, ist es entscheidend, dass die Probenahme nach bestimmten Regeln erfolgt und die Probe die tatsächlichen Gegebenheiten des Standortes repräsentiert. Deshalb werden nachfolgend die wichtigsten Gesichtspunkte der Bodenprobenahme in Stichworten erläutert:

Probenahmetermine

für Grundnährstoffe (Phosphor, Kalium, Magnesium, Spurenelemente):

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alle 3 - 5 Jahre (nach der Düngeverordnung mindestens alle 6 Jahre)

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Bestimmung des Humusgehalts alle 6 - 10 Jahre

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möglichst zwischen Ernte und Düngung

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im Weinbau frühestens 2 Jahre nach  dem Rigolen

für Nmin (mineralisierter, pflanzenverfügbarer und sich rasch verändernder Stickstoffgehalt des Bodens)

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direkt vor der Düngung

 

Probenahmegeräte

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Pürckhauer-Bohrstock

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Hammer zum Einschlagen des Bohrstocks

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hilfsweise: Spaten

 

Entnahmetiefe

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Reben

Obst

 

vor der Neuanlage

0-30 und 30-60 cm

0-30 und 30-60 cm

 

bestehende Anlage

0-30 cm

0-30 cm

 

für Nmin

0-60 cm

0-60 cm

 

Um bei wiederholter Untersuchung die Entwicklung des Nährstoffgehaltes richtig beurteilen zu können, sind gleiche Entnahmetiefen sinnvoll.

 

Probenahme

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1 Mischprobe pro Parzelle oder Bewirtschaftungseinheit (wenn die Bodenverhältnisse stark wechseln, ist es sinnvoll mehrere Proben zu ziehen).

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Mindestens 15-20 Einstiche je Probe gleichmäßig über die Fläche verteilt vornnehmen

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Proben nicht am Reihen-/Gassenanfang, nicht an ehemaligen Kompost-/Tresterlagerflächen etc. entnehmen.

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im Obstbau ist die Probenahme in der Pflanzreihe bzw. am Übergang Pflanzreihe zu begrünter Fahrgasse sinnvoll.

Im Weinbau kann die Probe im gesamten Bereich der Rebzeile und Fahrgasse entnommen werden.

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Bei Probenahme mit dem Spaten: Auf Spatenblatttiefe einstechen, Erde ausheben und an der so entstandenen Kante ein schmales Stück Erde auf Spatenblatttiefe abstechen und davon einen Teil (von oben bis unten) in einen Eimer geben.

 

Probemenge

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Die in einem Eimer gesammelte Erde wird mit einer Spachtel oder Handschaufel zerkleinert und gemischt. Davon werden ca. 500 g Boden (ohne Steine) entnommen.

 

Verpackung

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in PE-Beutel (Gefrierbeutel)

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außen wischfest beschriften oder etikettieren

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Liste mit Probenkennzeichnung und Anschreiben mit Angaben auf was untersucht werden soll beilegen

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Nmin-Proben direkt nach der Probenahme in eine Kühltasche geben.
(Wenn die Proben nicht sofort ans Labor gehen, in die Tiefkühltruhe legen.)

 

Untersuchungsumfang

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Grunduntersuchung auf pH-Wert (Kalkbedarf), Bodenart, Phosphor, Kalium.
Sinnvoll ist die Untersuchung auf Magnesium und vor allem bei Rebflächen auf Bor.
Zu jedem zweiten Bodenuntersuchungstermin sollte auch der Humusgehalt ermittelt werden.

Analyseergebnisse

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Die Nährstoffgehalte werden in mg/100 g bzw. mg/1000 g (bei Spurennährstoffen) angegeben.
Es erfolgt eine Einteilung in die Gehaltsklassen A, B, C, D, E oder A, C, E.

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Bei der Festlegung der Düngehöhe sollten neben der Gehaltsklasse auch die anderen Standortfaktoren (z.B. Bodenstruktur, Steingehalt, Wasserführung) berücksichtigt werden

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Der Humusgehalt lässt Rückschlüsse auf eine eventuell notwendige organische Düngung, besonders jedoch auf die erforderliche N-Düngung in Abhängigkeit vom Bodenpflegesystem ( Teilzeit- , Dauerbegrünung ) zu.

 

Erfolgt in regelmäßigen Abständen eine Bodenuntersuchung, kann anhand der jeweils vorangehenden Ergebnisse (Schlagkartei) der "Verlauf" der Nährstoffgehalte festgestellt werden. Dies ist besonders wertvoll, um Folgerungen für die künftigen Düngemaßnahmen ableiten zu können.

 

Labors

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Eine aktuelle Liste mit geeigneten Untersuchungslabors wird beim LTZ Augustenberg geführt.

Weitere Informationen unter:

Düngung im Obstbau - ein Leitfaden

Düngung von Ertragsreben

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