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Förderung der Weinqualität durch sachgerechte Auslichtung der Traubenzone

R. Fox
LVWO Weinsberg
E-Mail:
rudolf.fox@lvwo.bwl.de  

Gesundes, reifes Traubengut ist nach wie vor Grundlage für qualitativ hochwertige, sortentypische Weine. Vor dem Hintergrund der Probleme des Jahrganges 2000 ist dies wieder deutlicher ins Bewusstsein der Produzenten gerückt. Die nötige, selektive Lese verursachte nicht nur Aufwand, sondern auch Kosten sowie im Extrem Ertragsverluste. Daneben traten beim Ausbau der Weine erhebliche Filtrationsprobleme auf. Reintönigkeit sowie Farbe der Weine lassen nunmehr vielfach zu wünschen übrig. Neben ausgewogenem Wuchs durch angepasste Bodenpflege und N-Düngung kommt den Laubarbeiten insgesamt sowie der Auslichtung der Traubenzone im Besonderen hohe Bedeutung zu. Durch die bessere Belichtung der Beerenhäute kommt es nicht nur zu höherer Produktion von Aromen, Farbstoffen und Phenolen, sondern über die Abhärtung von Beerenhäuten und Stielen zu geringerem Befall mit "Botrytis und Co." sowie Essigfäule. Nachdem im letzten Jahr die Botrytis vielfach im Inneren der Traube ihren Ausgang hatte, konnte die Entblätterung unter dem für unsere Verhältnisse frühen Reifebeginn in Verbindung mit hoher Feuchtigkeit und sehr kompakten Trauben kaum ihre "gewohnte Wirkung entfalten".

In schwach wachsenden Beständen oder auch bei Minimalschnitterziehung mit ihren besonders lockeren Trauben war dagegen der Gesundheitszustand wesentlich besser. Dies unterstreicht, dass alle Maßnahmen als Gesamtheit angesehen werden müssen, um den gewünschten Erfolg zu sichern. Inwieweit durch die Klimaänderung in Zukunft tatsächlich öfter mit ähnlichen Problemen wie im Vorjahr zu rechnen ist, muss zunächst offen bleiben. Zumindest müssen wir uns in gewisser Hinsicht darauf einstellen und sollten uns am Beispiel südlicher Regionen mit ihren intensiven, vorbeugenden Maßnahmen orientieren.

Qualität ist bei Weißwein vor allem mit Frucht und Duft, d. h. optimaler Aromaausbildung, verbunden. Gerade in dieser Hinsicht haben die deutschen Weißweine durch die lange Reifephase bei niedrigeren Temperaturen besondere Vorteile. Diese "Standortvorteile" gilt es, durch standortgerechte Sortenwahl sowie sachgerechte Laubarbeiten besonders "herauszuarbeiten", um den Stellenwert des deutschen Weißweines sowohl national als auch international zu festigen. Dass dies gerade auch mit dem Riesling möglich ist, beweist das in letzter Zeit wiederum steigende internationale Interesse an duftigen, fruchtigen Weinen dieser Sorte.

Bei Rotwein wird die Qualität stärker vom Farb- und Phenolgehalt geprägt. Nachdem gerade diese wertgebenden Inhaltsstoffe bei höheren Beerentemperaturen vermehrt gebildet werden, kommt guter Belichtung der Beeren, d. h. günstiger Laubwandstruktur in der Reifephase, hohe Bedeutung zu. Die Gefahr überoptimaler Bedingungen ist hier recht gering, was durch den überwiegenden Anbau von Rotweinsorten in südlichen Ländern unterstrichen wird.

Übermäßige Wegnahme von Assimilationsfläche sowie ungünstige Termine bergen jedoch nicht nur die Gefahr geringerer Mostgewichte, sondern auch größere Sonnenbrandschäden in sich. Dies macht deutlich, dass selbst bei dieser an sich einfachen Maßnahme mit Überlegung vorgegangen werden muss, um wirklich die erwünschten Vorteile zu erzielen.

Die in diesem Jahr verbreitet hohe Bodenfeuchte sowie vielfach größeren Anteile offener Böden lassen eher wieder üppige Laubwände erwarten. Inwieweit es unter diesen Bedingungen zusätzlich zu kompakten oder eher lockerbeerigen Trauben kommt, hängt naturgemäß vom Blüteverlauf, der Sorte sowie dem weiteren Witterungsverlauf ab und kann derzeit - 15. Mai - kaum prognostiziert werden.

Ganz allgemein sollte zunächst oberstes Ziel all unserer Maßnahmen eine ausreichend große, gesunde, gut belichtete und damit funktionsfähige Laubwand sein. Für eine hohe Assimilationsrate der Blätter sind neben ausreichender Belichtung und Temperatur (ca. 28°C), ausreichendes Wasserangebot sowie lebende Chloroplasten, d. h. gesundes Blattwerk, wesentliche Voraussetzungen. Nachdem in unseren Breiten im September/Oktober - selbst bei Sonnenschein - zunehmend nur noch relativ niedrige Temperaturen (vielfach weit unter dem oben genannten Optimum) herrschen, kommt der direkten Belichtung der Blätter hohe Bedeutung zu. Besonnte Blätter können sich nämlich bei Windstille um bis zu 10°C über die allgemeine Lufttemperatur hinaus erwärmen. Dadurch werden selbst Ende September/Anfang Oktober während einiger Stunden am Tag noch Blatttemperaturen von weit über 20°, d. h. nahe dem Optimalbereich für die Stoffproduktion, erreicht. Dies fördert naturgemäß erheblich die Assimilation. Hohe Stoffproduktion ist aber nicht nur Voraussetzung für hohe Mostgewichte, sondern auch als Energielieferant für die Farb-, Phenol- und Aromabildung anzusehen. Gerade die "Verwertung" des angelieferten Zuckers in Richtung Farb-, Phenol- und Aromabildung wird dann besonders gefördert, wenn die Beerenschale gut belichtet ist und damit höhere Temperaturen auftreten.

Zu dichte Laubwände mit sattgrüner Färbung führen zu hohem Schattenblattanteil. Schattenblätter haben jedoch aufgrund der Transpiration eine gegenüber der umgebenden Luft niedrigere Temperatur und dementsprechend eine geringere Assimilationsleistung. Bei extremer Verdichtung können beschattete Blätter sogar zu Assimilatzehrern werden. Es gilt also, durch sachgerechte Laubwandgestaltung den Anteil der gut belichteten Blätter möglichst groß sowie den Schattenblattanteil möglichst gering zu halten.

Pflanzenphysiologische Aspekte sowie Termin der Auslichtung

Aus Abbildung 1 geht die Inhaltsstoffverteilung zwischen Beerenhaut und Beerenfleisch hervor. Wie am Beispiel ersichtlich, sind Farb- und Aromastoffe sowie Phenole ausschließlich bzw. überwiegend in der Beerenschale lokalisiert. Nachdem die Bildung dieser wertgebenden Inhaltsstoffe weitgehend von der Temperatur - siehe Abbildung 2 - abhängt, kommt der direkten Belichtung spätestens während der Reifezeit unter unseren suboptimalen Temperaturen höchste Bedeutung zu. Anders ausgedrückt: Hohe Aroma-, Farbstoff- und Phenolgehalte sind stärker von der Belichtung und damit der Beerentemperatur geprägt als z. B. vom Zuckergehalt bzw. Mostgewicht. So können beispielsweise im Schatten herangereifte Weißweinbeeren zwar ein hohes Mostgewicht, aber dennoch einen geringern Aromagehalt haben. Bei Rotweinsorten kann die Bedeutung der Belichtung z. B. für die Farbstoffbildung an der unterschiedlichen Verfärbung der Beeren bzw. innerhalb der Beere selbst in den ersten Wochen nach Reifebeginn rein optisch durch das menschliche Auge leicht erfasst werden. So sind die Beeren bei kompakten Trauben am Beerenansatz, also dem beschatteten Bereich, vielfach noch grünlich, während sie im äußeren, gut belichteten Bereich bereits "durchgefärbt" sind. Die Farbstoffbildung hängt in diesem Fall also nicht von unterschiedlicher Assimilatversorgung, sondern allein der unterschiedlichen Belichtung und damit Temperatur im Bereich der Beerenschale ab.

Abbildung 1: Inhaltsstoffverteilung zwischen Beerenfleisch und Beerenhaut bei einer roten und einer weißen Rebsorte

Abbildung 2 (nach Schultz)  zeigt den Optimalbereich der Temperatur für die Aroma-, Farbstoff- und Phenolsynthese auf. An dem Kurvenverlauf wird ersichtlich, dass der Optimalbereich von 16 - 26°C bei besonnten Beeren (Beerenschale) wesentlich länger und mit höherem Maximum durchlaufen wird als bei Schattenbeeren. Dementsprechend ist auch die Stoffproduktion der wertgebenden Anteile im besonnten Bereich höher bzw. stärker in diese Richtung verschoben. Nachdem naturgemäß auch weitere Stoffwechselvorgänge, wie z. B. der Äpfelsäureabbau, temperaturabhängig, d. h. in Abhängigkeit der Belichtung der einzelnen Beeren, ablaufen, können zu hohe Temperaturen/Belichtungsintensitäten auch negative Auswirkungen haben. Deshalb ist bei frühreifen Weißweinsorten und frühem Reifebeginn durch entsprechend zurückhaltende Auslichtung auf "Erhaltung" der Säure durch "ausreichende Beschattung" Wert zu legen.

Quelle: Prof Dr. R. Schultz; Forschungsanstalt Geisenheim

Abbildung 2: Temperaturveraluf in Sonnen- und Schattentrauben im September (nach Schultz 8/98)

Abbildung 3 soll das Beziehungsgeflecht, d. h. die Wirkungen verschiedener Faktoren auf die Beerenzusammensetzung und damit die spätere Weinqualität in ihrer Gesamtheit, darstellen.

Abbildung 3: Faktoren, die die spätere Weinqualität beeinflussen

Günstige Gestaltung der Laubwand ergibt nicht nur verbesserte Assimilationsraten, sondern auch durch die bessere Besonnung und Abtrocknung des Gewebes eine dickere Kutikula oder Abhärtung der Reborgane. Abgehärtetes Gewebe stellt jedoch gerade für den Schwächeparasit Botrytis eine wesentlich höhere Hürde dar. Neben dem Effekt der indirekten Pilzbekämpfung kommt naturgemäß der verbesserten Applikationsqualität beim Pflanzenschutz hohe Bedeutung zu. Nachdem die Rebe an den Trauben (Beeren- und Stielgerüst) etwa bis Erbsengröße aktiv auf abhärtende Einwirkungen mit Verstärkung der Kutikula reagieren kann, sollte so früh wie möglich ausgelichtet werden. Aus Abbildung 4 geht hervor, dass frühzeitige Entblätterung den größten „Wirkungsgrad" gegen Botrytis hatte, was die zuvor angesprochene bessere Abhärtung unterstreicht.

Abildung 4: Botrytisbefall in Abhängigkeit vom Entblätterungstermin

Rechtzeitige Abhärtung wirkt auch der, wie z. B. bei Riesling, Traminer und Lemberger, gefürchteten Stiellähme effektiv entgegen. Als günstiger Zeitraum bietet sich deshalb die Entblätterung ab ca. 3 Wochen nach der Blüte bis spätestens Anfang August, möglichst jedoch vor der letzten Spritzung, an. Hierbei reicht es aus, die unteren, älteren Blätter der Langtriebe oder auch vereinzelte Geize so stark auszudünnen, dass eine gute Belichtung und Belüftung der Traubenzone gewährleistet ist. Ein völliges Freistellen der Trauben ist nicht notwendig und sollte auch wegen erhöhter Sonnenbrandgefahr und mangelndem mechanischem Schutz, z. B. bei leichtem Hagelschlag, vermieden werden.

Wie bereits oben angeführt, ist über ein ausgewogenes Wachstum durch angepasste Bodenpflege und N-Düngung eine wichtige Grundlage bezüglich Belichtung und Belüftung und damit Abhärtung der Reborgane gelegt. Kommt es infolge übermäßigen Wachstums dagegen zu besonders großen Beeren und damit extrem kompakten Trauben, kann auch eine noch so intensive Entblätterung hier nur tendenziell Erfolge bringen. Demnach müssen alle Maßnahmen - siehe Abbildung 3 - aufeinander abgestimmt werden, um in der Gesamtheit mit vertretbarem Aufwand das jeweilige Ziel zu erreichen.

Wie sollte vorgegangen werden?

Nachdem die Ostseite der Laubwand eher im Windschatten liegt und weniger gut abtrocknet, ist es sinnvoll, hier zuerst bzw. etwas stärker "auszulichten". Um Sonnenbrandschäden vorzubeugen, sollte nicht gerade während einer Hitzeperiode, sondern während einer kühleren Witterungsphase entblättert werden. Wird bereits im Stadium Erbsengröße bis Traubenschluss entblättert, kann die Pflanze frühzeitig durch Verstärken der Kutikula reagieren, was gerade bezüglich Sonnenbrandschäden zu geringerer Empfindlichkeit führt, als wenn erst kurz vor dem Weichwerden entblättert wird. Nach Untersuchungen von FOX (1) traten im Jahr 1998 mit seinen durch nasskalte Witterung verweichlichten Beerenhäuten und dem plötzlichen Witterungsumschwung mit hoher Strahlungsintensität, hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchte besonders starke Sonnenbrandschäden auf. Vor allem dort, wo kurz vor dem Witterungsumschwung entblättert wurde, das Pflanzengewebe jedoch noch nicht abgehärtet war, traten die größten Schäden auf.

Nachdem ein Teil des Arbeitsaufwandes bei der Handlese zurückgewonnen werden kann, dürfte diese Maßnahme der Entblätterung - bei kompakten Rotweinsorten sowie Weißweinsorten mit größerem Anteil an Muskataromen - sowie zur Produktion von Spitzenqualitäten besonders interessant sein. Kann z. B. bei Rotweinsorten auf eine Vorlese von faulem Lesegut verzichtet werden, wird nicht nur der Arbeitsaufwand wett gemacht, sondern auch der besser absetzbare Rotweinanteil ist erhöht.

Ein "Entblätterungsversuch" bei Riesling erbrachte gerade bei den auch für Riesling typischen Muskataromen (Terpene) eine deutliche Steigerung, wenn rechtzeitig und moderat ausgelichtet wurde. Wird früh ausgelichtet, ist die Gefahr von Qualitätsminderung, was Assimilate und Aminosäuren angeht, kaum gegeben. Wird jedoch zu spät ausgelichtet, ist - abgesehen von der minimalen Wirkung gegen Botrytis - (siehe Abbildung 4) die Gefahr von Nachteilen für den Aminosäuregehalt größer und die positive Wirkung auf Farb- und Aromagehalt nur noch gering.

Wird zu stark, undifferenziert und relativ spät (Ende August) entblättert, kann es zu Mostgewichtseinbußen sowie zur Minderung der für die Gärung sowie die sekundäre Aromastoffbildung wichtigen Aminosäuren in den Beeren kommen - Fox (1). Behutsame Auslichtung der Traubenzone bei Entfernung von 2 - 3 älteren, eventuell bereits leicht vergilbten Haupttriebblättern an den Langtrieben, ist deshalb sinnvoller, als eine weitgehende Entlaubung der Traubenzone. Wegen des ohnehin ungünstigen Blatt-/Fruchtverhältnisses sowie weitgehend freihängenden Trauben sollten an eingekürzten Trieben - wie z. B. bei der Pendelbogenerziehung - keine Blätter entfernt werden. Ein zweiter Durchgang etwa Anfang/Mitte August kann zur Produktion besonderer Qualitäten durchaus noch Vorteile bringen, wenn vorher besonders vorsichtig ausgelichtet wurde.

Bei Rotweinsorten ist eine stärkere Auslichtung mit Ausnahme des Trollingers eher vorteilhaft. Bei frühreifen Weißweinsorten hingegen sollte besonders vorsichtig vorgegangen werden, um zwar die Vorteile zu nutzen, aber Nachteile, wie verstärkten Säureabbau sowie erhöhte Phenolgehalte, zu vermeiden.

In Tabelle 1 sind die Vorteile zeitiger, moderater Auslichtung zusammengefasst.

Tabelle 1 : Vorteile moderater und zeitiger Auslichtung der Traubenzone

Erhaltung funktionstüchtiger Blätter in der Traubenzone – (Assimilatproduzenten)
Kaum Gefahr von Mostgewichtsverlust
Verbesserung des Mikroklimas, Gewebehärtung, verbesserte Applikationsqualität, 
spätere Lese möglich
Förderung der Aromenbildung bei Terpenen und Isoprenoiden
Kaum negative Effekte auf die N-Versorgung der Moste
Geringere Sonnenbrandgefahr
Geringere Gefahr bei leichtem Hagelschlag

Weniger hohe Beerentemperatur ergeben:

keinen zu starken Säureabbau
keinen zu starken Aromaabbau, z. B. Methoxypyrazine bei Sauvignon blanc, Cab. Sauvignon sowie Cab. franc
keinen zu hohen Phenolgeh. (Weißweine)

Kann der Lesetermin bei besserem Gesundheitszustand der Trauben hinausgeschoben werden, führt dies selbst bei eventuell gleichem Mostgewicht zu besseren Weinqualitäten (besserer Abpufferung der Säure, harmonischere Säure, höhere Extraktwerte, höhere Phenolgehalte sowie verbesserte Aromagehalte und Lagerfähigkeit der späteren Weine). Hohe Qualität wird, wie oben angeführt, durch eine möglichst lange, stetige Reife bei nicht zu hohen Temperaturen gefördert. Dies ist gerade eben vielfach unter unseren Witterungsbedingungen dann der Fall, wenn lange hängen gelassen werden kann.

Reflektorfolie - ein Beitrag zur Qualitätsverbesserung?

In Kombination mit den oben angeführten Entblätterungsversuchen wurden in den Jahren 1998, 1999 und 2000 sogenannte Reflektorfolien getestet. Zur Anwendung gelangten verschiedene Folien mit Reflektorwirkung (diffuse Rückstrahlung des empfangenen Sonnenlichtes) in Laub- und Traubenzone. Diese wurden jeweils nach Abschluss der Pflegearbeiten ca. Anfang/Mitte August ausgelegt und mit Drahtbügeln festgesteckt. Sowohl im Jahr 1998 als auch 1999 konnte eine deutliche Mostgewichtsverbesserung - 3 bis 5°Oe - erzielt werden. Die Ergebnisse waren jedoch in beiden Jahren statistisch nicht abzusichern. Unter den Bedingungen des Jahres 2000 traten durch den nochmals "reifeverfrühenden Effekt" der Folien noch früher als in der Vergleichsparzelle verstärkt Botrytis und Essigfäulebefall auf. Unterschiede im Mostgewicht waren in 2000 nicht gegeben. Die in den Jahren 1998 und 1999 aufgetretene Ertragserhöhung kann auf die wasserkonservierende Wirkung der Folien zurückgeführt werden. In 2000 traten bei hohem Leseaufwand teils erhebliche Ertragsverluste durch verstärkten Essigfäulebefall bei Anwendung der Reflektorfolien auf.

Nach bisherigen Erfahrungen scheint dieses aufwändige, recht teure Verfahren allenfalls für lockerbeerige Sorten in guten Lagen sowie nicht zu "frühen Jahren" von Interesse zu sein. Durch rechtzeitige Auslichtung sind hierbei optimale Bedingungen zu schaffen, um die reflektierte Strahlung auch an den Beeren „wirksam" werden zu lassen und die Trauben möglichst lang hängen lassen zu können.

Schluss:

Das Jahr 2000 hat uns bezüglich Botrytis und Essigfäule "das Fürchten" gelehrt. Eine "konzertierte Aktion" einschließlich Auslichtung der Traubenzone legt die Grundlage für die indirekte Bekämpfung dieser Schwächeparasiten. Es gilt, das maximal Mögliche an Qualität zu erzielen, um am Markt bestehen zu können. Wer gezielt und sachgerecht vorgeht, wird Vorteile erreichen und für seine Mühe entlohnt werden.

Literatur:
Fox, R. (2000): Auslichtung der Traubenzone - Ergebnisse aus Versuchen
Rebe und Wein, 53, 248 - 251

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