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Lemberger – Aufsteiger und Paradeschwabe

 

R. Fox, LVWO Weinsberg und Dr. A. Schwab, LWG Veitshöchheim

 

Der Lemberger gilt als eine der hochwertigsten Rotweinsorten Deutschlands, hat jedoch seinen Anbauschwerpunkt eindeutig in Württemberg. Die Gesundheitsselektion, die verbesserte Kulturtechnik sowie nicht zuletzt der Klimawandel haben diese Sorte zu einem verlässlichen 'Träger' gemacht. Auch der Trend zu farb- und phenolhaltigeren, wertigeren Rotweinen kam dieser Sorte mit ihrem hohen Qualitätspotenzial sehr zugute. Hinzu kommen die Veränderungen der Ess- und Trinkkultur hin zu kräftigeren, würzigeren Speisen, zu denen nachhaltige Rotweine ein adäquates Pendant darstellen.

 

Als Herkunft des Lembergers (laut Bundessortenliste Blauer Limberger ) werden die Donauländer aber auch Österreich angenommen. Sicher belegt ist die Lieferung von Lembergerschnittlingen aus Bad Vöslau durch den Rebschulbesitzer Robert Schlumberger vom 4. November 1866 nach Württemberg, wie es im Rechenschaftsbericht der Gesellschaft für die Weinverbesserung in Württemberg, verfasst vom aktiven Ausschussmitglied Christian Single, lautet. Die in Österreich unter dem Namen Blaufränkisch sowie in Ungarn als Kékfrancos bezeichnete Rebsorte dürfte also erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstmals in Württemberg angepflanzt worden sein. Es kam jedoch weit über 100 Jahre hinweg nur zu einer relativ geringen Verbreitung. Mit einer Anbaufläche von rund 1.500 Hektar oder 13 % (1964 lediglich 350 Hektar oder 6 %) gehört der Lemberger in Württemberg jedoch derzeit zu den wichtigsten Rebsorten. Innerhalb Württembergs stellt das Zabergäu ein Anbauzentrum dar und bringt durch seine überdurchschnittliche Sonnenscheinstundenzahl bei gleichzeitig unterdurchschnittlichen Niederschlägen besonders typische Lembergerweine hervor. So ist Brackenheim mit 186 ha die derzeit größte Lembergergemeinde und mit 23% Rebflächenanteil der Lemberger dort die wichtigste Rebsorte. Auch die Tradition moussierender Weine, sowie Weißherbste aus der Lembergertraube hat ihren Ursprung in Brackenheim.

In Franken werden lediglich 5 Hektar und in allen anderen deutschen Weinanbaugebieten zusammen etwa 110 Hektar Anbaufläche genannt.

 

War der Lemberger noch in den 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts wegen seiner Verrieselungsneigung beim Weingärtner weniger beliebt, wird er heute als ertragsstabil eingestuft. Deshalb ist mit weiterer Ausdehnung zu rechnen. Auch die früher in geringen Jahren gefürchtete hohe Säure, sowie die unreife Phenolstruktur spielt dank des Klimawandels kaum noch eine Rolle, wenn die hohen Lageansprüche berücksichtigt wurden. Als farbkräftiger Rotwein - tiefes Rubinrot bis hin zu violettem Blaustich - mit hohem Qualitätspotenzial und interessanter Brombeer- sowie Cassisnote, wird er heute beim Weinfreund sehr geschätzt und gern zu Wild oder ’dunklen Speisen’ genossen. Seine ausgeprägte Rotweinart wird durch kräftige Phenole positiv unterstützt. Das Cuvée mit Trollinger (Trollinger-Lemberger, TL) ist heute weit über Württemberg hinaus ein feststehender Begriff für einen herzhaften Vierteleswein, der zum Vesper oder auch solo genossen wird. Hochwertiges Lesegut eignet sich besonders gut für Maischegärung und ermöglicht in Verbindung mit Holzfasslagerung höchste Qualitäten mit enormer Dichte und Aromenvielfalt.

Nationale ( Deutscher Lemberger-Preis, Vaihinger Löwe ) wie internationale Wettbewerbe sowie der Verein zur Förderung der Lemberger Kultur e. V. tragen ihrerseits zum Austausch von Erfahrungen aber auch zur Profilierung auf hohem Qualitätsniveau bei.

 

Lageansprüche, Klone, Unterlagen

 

Nachdem der Lemberger früh austreibt und sehr spät reift, sind gute Lagen erforderlich, die diese lange Vegetationsdauer bei ausreichendem Energieangebot abdecken. Dies bieten vor allem mittlere bis allenfalls höhere Hanglagen mit überwiegend südlicher Exposition. Auch die höheren Wärmeansprüche zur Blütezeit erfordern wärmere Lagen sowie gut erwärmbare Böden. Auf zu trockenen, kargen Standorten erbringt der Lemberger jedoch nicht nur geringere Erträge, sondern auch bescheidenere Mostgewichte. So wurden im Rahmen einer Diplomarbeit bei etwa dem gleichen Ertrag, sowie vergleichbarer Lagegüte im Jahre 2002 auf dem trockenen Standort Geisenheim im Mittel aller Versuchsvarianten 75,6° Oe gegenüber 86,8° Oe auf dem feuchteren Standort Gundelsheim ermittelt. Dies sind immerhin 11,2° Oe Unterschied.

 

Starker Trockenstress führt selbst bei nachfolgend ausreichendem Wasser- und Wärmeangebot zu einer Stagnation in der Mostgewichtsentwicklung. Diese Eigenschaft dürfte mit ein wesentlicher Grund dafür sein, dass der Lemberger nur in relativ geringem Umfang in den trockeneren Anbaugebieten Rheinhessen, sowie der Pfalz angebaut wird. Auf zu wüchsigen Standorten besteht dagegen die Gefahr, dass über die Ausbildung besonders großer Beeren und Trauben Übererträge mit mangelnder Qualität zustande kommen.

Als Klone sind We Elite, We 379 sowie We 419 eingetragen, jedoch letzterer derzeit nicht in der Vermehrung. Beide Klone besitzen einen hohen Leistungsstandard.

 

Wegen seiner, gegenüber dem Spätburgunder höheren Wasseransprüche, sind wuchskräftige Unterlagen mit ausreichendem Wasseraneignungsvermögen erforderlich. In der Praxis haben sich SO4 und Binova bewährt. Auf trockeneren Standorten wird auch 5 BB sowie 125 AA mit gutem Erfolg angebaut.

 

Erziehung, Drahtrahmen, Anschnitt

 

Die basal geringe Fruchtbarkeit des Lembergers gebietet es einerseits nicht auf Zapfen anzuschneiden, andererseits legt die gegen Bogenende stark ansteigende Fruchtbarkeit den Anschnitt allenfalls mittellanger Fruchtruten nahe, um übermäßiger Fruchtbarkeit und stark abfallendem Blatt-/Fruchtverhältnis an den letzten Trieben der Bogrebe vorzubeugen. Mit einem Anschnitt von 4 - 5 Augen/m2   ist unter den heutigen Bedingungen von Energieangebot und Fruchtbarkeit ein ausreichendes Ertragspotenzial vorhanden. Dies ergibt bei einem Stockabstand von 1,1 m - 1,2 m und 2 m Gassenbreite und Anschnitt auf einen Bogen eine Augenzahl von neun bis zwölf je Stock und ist bei einem Biegdrahtabstand von 20 cm gut unterzubringen. Diese relativ geringe Stockbelastung unterstützt eine ausreichende Wuchskraft, gleichmäßigeres Triebwachstum auch gegen Bogenende und verbessert die Stressfestigkeit bei gleichzeitig relativ hohem Altholzanteil.

 

Um eine gute Ausnutzung der Bodenwärme zu erzielen und damit harmonische Säuren, 'reife Phenole' sowie eine warme, 'füllige Rotweinart' zu fördern, sollte der untere Biegdraht bei ca. 70 - 80 cm angeordnet werden. Dies ermöglicht ausreichende Trieblängen bei gutem Blatt-/Fruchtverhältnis. Je nach Wasserhaushalt des Standortes sollte die Gesamtlaubwandhöhe schon vom Drahtrahmen her etwas variiert werden, um einerseits stärkeren Wuchs 'abzufangen' und andererseits unnötigem Wasserverbrauch bei Trockenstandorten durch geringere Laubwandhöhe vorzubeugen. Durch ein den aktuellen Gegebenheiten angepasstes Laubschnittniveau lässt sich eine weitere 'Spreizung' der Verdunstungsfläche erzielen. Der aufrechte Wuchs ermöglicht es mit größeren Heftdrahtabständen oder auch mit beweglichen Heftdrahtpaaren zu arbeiten.

 

Bodenpflege/Düngung - Regulierung der Wuchskraft

 

Als Bodenpflegesystem hat sich die Dauerbegrünung mindestens in jeder zweiten Gasse bewährt. Dort, wo hohe Wüchsigkeit vorliegt oder es sich um ältere Bestände handelt, ist die Dauerbegrünung in jeder Gasse sinnvoll, beziehungsweise problemlos möglich. Auf trockenen Standorten sollte sich die Begrünung auf jede zweite Gasse beschränken, um stärkeren Wasserstress zu vermeiden.

 

Harmonisches Wachstum hilft mittlere Erträge zu sichern, fördert weniger die Stiellähmegefahr und beugt Laubwandverdichtungen vor. Zu starker Wuchs zwingt zu früherem Laubschnitt, fördert enorm die Beerengröße, erhöht die Laubwanddichte und mindert gerade die bei Rotwein gewünschte gute Traubenbelichtung. Die Stickstoffdüngung ist wuchsangepasst zu bemessen, um Überschuss wie auch Mangel zu vermeiden. Langjährig dürften Gaben um 40 - 60 kg/ha und Jahr Reinnährstoff völlig ausreichen.

 

Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, unterscheidet sich der Ertrag im langjährigen Mittel in Abhängigkeit der Bodenpflegevarianten erheblich. Auch im Traubengewicht traten vitalitätsabhängig große Unterschiede auf. So wurden langjährig bei Winterbegrünung 305 g Traubengewicht, bei Dauerbegrünung lediglich 227 g ermittelt. Die unterschiedliche Stickstoffdüngungshöhe hatte dagegen einen wesentlich geringeren Einfluss als die Bodenpflege.

 

Abbildung 1: Bodenpflege und N-Düngung haben einen starken Einfluss auf Vitalität und Ertrag;
Bodenpflege- und N-Düngungsversuch bei Lemberger; Ertrag im Mittel der Jahre 1995-2004

 

Die erhöhte Stiellähmeanfälligkeit (Abbildung 2) macht eine ausreichende Magnesiumversorgung unabdingbar, wobei das Nährstoffverhältnis zum Kalium im Boden ca. 2:1 - entsprechend 40 mg Kali zu 20 mg Magnesium je 100 g Boden - als Optimalbereich gilt. Nicht selten führen zu starker Wuchs und überhöhte Kaliumgehalte zu besonders starkem Stiellähmebefall. Magnesium-Blattspritzungen kurz vor Reifebeginn können bei stark fördernden Witterungsbedingungen wie im Jahr 2006 hier nur wenig Abhilfe schaffen. In Übersicht 1 sind Ansprüche und Hinweise zur Sortenführung zusammenfassend widergegeben.

 


Rebschutz, Laubarbeiten

Bezüglich des Rebschutzes stellt der Lemberger kein besonderes Problem dar. Lediglich seine leicht höhere Anfälligkeit gegenüber Oidium bedarf vor, sowie kurz nach der Blüte besonderer Aufmerksamkeit. Wegen seiner lockeren Traubenstruktur sowie der 'harten' Beerenschalen kann auf den Einsatz von Botrytiziden verzichtet werden.

Bei den Laubarbeiten sollte konsequentes Ausbrechen auch von Schwachtrieben ebenso selbstverständlich sein wie geschlossene, aber nicht verdichtete Laubwände. Eingekürzte Triebe sind zu vermeiden, da die hohen Traubengewichte ohnehin zu einem weniger günstigen Blatt-/Fruchtverhältnis ab ca. dem dritten Trieb auf der Bogrebe führen. Zur Förderung der Farb-, Phenol- und Aromabildung in der Beerenhaut hat sich eine frühzeitige, kräftige ( 2 Blätter/Trieb) Entblätterung der Traubenzone sehr gut bewährt. Kann aufgrund der besser belichteten, abgehärteten und gesunden Trauben später gelesen werden, so ist eine wesentliche Qualitätssteigerung auch ohne nennenswerten Mostgewichtsanstieg zu erwarten. Gut belichtete Trauben ergeben eine angenehme, weiche Phenolstruktur, sowie eine verbesserte Sortentypizität. Der Laubschnitt sollte nicht zu früh durchgeführt werden, um nicht unnötig das Beerenwachstum zu fördern. Bei starkem Wuchs und hohen Wasservorräten empfiehlt es sich daher das Schnittniveau etwas höher - 10 cm oder ein Blatt - anzusetzen, bei Trockenheit dagegen niederer.

 

Ertrags- und Qualitätssteuerung

 

Nachdem der Lemberger in Abhängigkeit von der Wuchsstärke recht stark mit der Ausbildung mehr oder weniger großer Beeren beziehungsweise lockerer Trauben mit recht kleinen Beeren reagiert, kann durch Begrenzung der Vitalität in erheblichem Maße zur Vermeidung überhoher Erträge beigetragen werden. Liegt trotz verhaltenem Anschnitt, sowie harmonischem Wuchsverhalten ein zu hoher Behang vor, so hat sich die Entfernung unreifer Anteile bei fortgeschrittener Verfärbung bewährt. Dies reduziert die qualitätsmindernden Anteile, trägt zu gleichmäßigerer Reife der Trauben und zur Entlastung überhangener Stöcke bei.   

Zu frühe Termine führen bei starkem Wuchs vielfach zu recht großen Beeren an den verbleibenden Trauben. Das große Traubengerüst, sowie die Anfälligkeit für Stiellähme legt als geeignete Methode die Traubenhalbierung nahe (Abbildung 3). Diese Methode ist im Hinblick auf die erwünschte Qualitätssteigerung der Reduktion auf eine Traube/Trieb überlegen. Zur Produktion von Premiumqualitäten bietet sich neben der Traubenhalbierung kurz vor Reifebeginn die konsequente Entfernung aller Schwachtriebe sowie eine 'Qualitätskorrektur' bei weitgehender Verfärbung an. Durch diese Korrektur, d.h. Entfernung unreifer oder auch weniger reifer Anteile, kann ein sehr einheitlich reifes Erntegut erreicht werden. Die späte Ausdünnung trägt ihrerseits zu weniger großen Beeren bei, was im Hinblick auf Farbe, Phenole und Aroma sehr vorteilhaft ist.

 

 

Spät halbierte Lembergertrauben

Abbildung 3: Spät halbierte Lembergertrauben

 

 

Lesetermin - Hohe physiologische Reife und gesunde Trauben wichtig

 

Gerade in den guten Lembergerlagen mit ihrem relativ hohen Energiegenuss in den letzten Reifewochen, bietet eine spätere Lese die Chance, dass jahrgangs- und lagebedingt Maximale an Qualität (Farbe, Phenole, Aroma, Extrakteinlagerung, Säurepufferung) auch ohne nennenswerten weiteren Mostgewichtsanstieg heraus zu holen, solange die Trauben gesund sind. Auch beim Lemberger ist ein möglichst später Lesetermin bei hoher physiologischer Reife (Abbildung 4) für eine ausgeprägte Sortentypizität von hoher Bedeutung. Neben der Aromareife sowie guter Farbausbildung, sollte insbesondere einer höchstmöglichen Phenolreife große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies lässt sich durch mindestens wöchentliche Verkostung während der letzten Reifewochen recht gut verfolgen, wobei die zunächst grünen, bitteren Phenole von einem weicheren, nachhaltigeren Geschmacksempfinden abgelöst werden. Die Lesereife ist spätestens dann erreicht, wenn die Schale langsam mürbe wird, sich das Fruchtfleisch leicht vom Kern löst, die Kerne 'bissfest' werden und sich eine natürliche Laubalterung - zumindest in der Traubenzone - einstellt.

Bei der Lese selbst ist peinlichst darauf zu achten, dass alle Faulanteile, wie auch stiellahme Traubenteile verworfen werden. Dies dient einer klar strukturierten Rotweinart und ist besonders bei Maischegärung unabdingbar.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre mit witterungsbedingt rasch zu mürben Beerenhäuten und beginnender Botrytis oder auch Penicilliumbefall, sowie entsprechend negativem Einfluss auf die spätere Weinqualität, legt es nahe, nicht zu lange mit der Lese zu warten.

 

Bei der Traubenverarbeitung muss durch geeignete Verfahren - Maischeerwärmung, Maischegärung - sicher gestellt werden, dass die im Lesegut vorhandenen wertgebenden Inhaltsstoffe möglichst vollständig in den Most/Wein übergehen können. Ein konsequent schonender Ausbau mit zumindest zeitweiliger Holzfasslagerung trägt zur Entfaltung des hohen Qualitätspotenzials bei. Hochwertige sortentypische Lembergerweine gehören mit zum Besten was Württemberg an Rotweinen zu bieten hat und stehen entsprechend hoch im Kurs.

 

Physiologisch reife Trauben sowie Reben garantieren höchste Sortentypizität

  Abbildung 4:  Physiologisch reife Trauben sowie Reben garantieren höchste Sortentypizität

 

Übersicht 1: Ansprüche und Sortenführung

 

Früher Austriebstermin, später Reifebeginn, lange Vegetationszeit, hohe Lageansprüche

 

Holzreife gut, Frostfestigkeit hoch, regeneriert schlecht über Wasserschosse

 

Bildet wenig Wasserschosse, starke Geiztriebe, treibt basal weniger gut aus

 

Hat überdurchschnittliche Wärmeansprüche zur Blütezeit

 

Verrieselungsneigung mittel, bei zu starkem Wuchs höher, Wasserschosse gering fruchtbar

 

Reagiert im Gescheinsansatz mittelmäßig auf Vorjahreserträge und Witterung

 

Wächst sehr aufrecht und eher stark bei mittlerer Rankenbildung

 

Stiellähmeanfällig, botrytisfest, erst im hochreifen Zustand Beerenbotrytis

 

Hohes Fruchtbarkeitspotenzial, ca. 4-5 Augen/m² ausreichend

 

Basal weniger gut fruchtbar, bedingt für Zapfenschnitt geeignet

 

Traubenzahl und Traubengewichte nehmen gegen Bogenende stark zu

 

Schrägbogenerziehung, 1,0 ‑ 1,2 m Stockabstand, 20 cm Biegdrahtabstand, bodennah (70 cm), ausreichende Laubwandhöhe, mindestens 1 m

 

Das höhere Fruchtgewicht/Trieb ergibt gegen Bogenende ein zunehmend ungünstigeres Blatt-/Fruchtverhältnis

 

Konsequentes Ausbrechen, Doppeltriebe, Schwachtriebe

 

Gefüllte, aber nicht überfüllte Laubwand, günstiges Blatt-/Fruchtverhältnis an allen Trieben

 

Traubenzone zeitig, kräftig entblättern, gut belichtete, abgehärtete Trauben

 

Setzt frühes, hohes Wasserangebot, hohe Vitalität in große Beeren und damit in hohe Traubengewichte bzw. Erträge um

 

Stark ausgeprägte Menge-/Gütebeziehung bei Mostgewicht wie Weinqualität; Mittlere Mostgewichtsleistung und Säuregehalte

 

Reagiert auf stärkeren Wasserstress mit stagnierender Mostgewichtsentwicklung

 

Starker Wuchs mit mangelnder Traubenbelichtung führt zu schlechter Farbstoffbildung und unharmonischer Phenolstruktur, vermehrt grüne Noten im Wein

 

Aktives Laub bis weit in den Spätherbst, lang anhaltender Reifefortschritt besonders bei Farbe, Phenolen und Aromen

 

Lockere Trauben mit gut belichteten Beeren, gegebenenfalls kurz vor Reifebeginn Trauben halbieren, vor allem auch wegen erhöhter Stiellähmeanfälligkeit, weniger reife Anteile nach weitgehender Verfärbung gezielt entfernen,

 

Physiologische Reife ab ca. 85-90 °Oe gegeben; Die Festlegung des Erntezeitpunktes sollte primär nach dem Gesundheitszustand sowie der Phenolreife (weiche Phenole, Beerenverkostung) erfolgen. Ungeeignete Anteile wie stiellahme Traubenteile konsequent verwerfen

 

Späte Lese bei hoher physiologischer Reife von Traube (Pressbarkeit) und Rebstock für ausgeprägte Sortentypizität wichtig

 

Sortentypische Weine mit hoher Ausdruckskraft durch Ertragsbegrenzung auf ca. 90 -110 kg/a sowie möglichst späte Lese zu erzielen



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