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Schwarzholzkrankheit der Rebe

Auftreten und Symptome

 

Dr. Walter K. Kast / LVWO-Weinsberg

Dr. Martina Stark-Urnau / LVWO-Weinsberg

Die von Phytoplasmen ausgelöste Schwarzholzkrankheit breitet sich im Anbaugebiet Württemberg weiter rasant aus. Auch in anderen Weinbaugebieten ( Baden, Pfalz, Franken) ist eine deutliche Zunahme festgestellt worden.
Die Schwarzholzkrankheit wird durch Phytoplasmen (zellwandlosen Bakterien) verursacht, die die Wasserleitungsbahnen der Pflanzen verstopfen und auf diese Weise die Welkeerscheinungen an den Pflanzen auslösen. Als Überträger der Krankheit ist die Zikadenart Hyalesthes obsoletus bekannt, deren Wirtspflanzen die Ackerwinde und die große Brennnessel sind. Die Rebe ist keine Wirtspflanze, dennoch wird die Krankheit durch die Zikaden von der Brennnessel auf die Rebe übertragen, wenn die Zikaden auf der Suche nach ihren Wirtspflanzen (Brennnesseln) sind. Dies ist der Fall, wenn die Brennnesseln im Juni/Juli während der Flugphase der Zikaden abgemäht worden sind und sie keine oberirdischen Brennnesseln finden. Zwischen August und Mai leben die Zikadenlarven an den Wurzeln der Brennnesseln und erst ab Ende Mai bis August fliegen die erwachsenen Zikaden umher und suchen nach Brennnesseln.

In Baden-Württemberg ist vor allem die Rebsorte Lemberger betroffen ( Publikation Kast /Maixner).

Rebsorten:

Die Schwarzholzkrankheit wurde mittlerweile bei folgenden Rebsorten beobachtet:

Lemberger, Dornfelder, Cabernet Dorsa, Riesling, Burgunder, Sauvignon blanc, Kerner, Herold und sogar Trollinger.

Symptomatisch für die Krankheit sind eine bereits im Juli/August beginnende Rotfärbung der Blätter. Die Blätter roter Rebsorten (z.B. Lemberger) verfärben sich zunächst teilweise rot mit grünen Innenbereichen, später verfärbt sich das ganze Blatt rot und die Seitenränder rollen sich ein (siehe Bild).


Blatt eines Lemberger-Rebstocks mit den typischen
Symptomen der Schwarzholzkrankheit


Die Schwarzholzkrankheit tritt oft oder zuerst an Geiztrieben im oberen Drittel des Rebstockes auf.

Bei weißen Rebsorten nehmen die Blätter meist eine hellgrün bis gelbliche Verfärbung an und rollen sich ebenfalls stark ein. Später im Jahr trocknen die Beeren kranker Rebstöcke ein oder ihre Reife ist insgesamt stark verzögert. Das Rebholz befallener Stöcke reift oft nicht aus und die nicht verholzten Triebe sterben im Winter ab und werden schwarz. Diese Schwarzfärbung des Rebholzes gab der Krankheit ihren Namen: Schwarzholzkrankheit.

Informationen zum Schadbild der Schwarzholzkrankheit finden Sie auch im Faltblatt "Schwarzholzkrankheit der Rebe".

Verwechslungsmöglichkeiten:

mit grüner Rebzikade oder Büffelzikade!!

Rebzikadenschaden meist nur violetter Blattrand, Befall meist nur bis Traubenzone und eher unten.

Büffelzikade : auf braunen Ring an Trieben achten!!

 

 Symptome bei Befall durch Büffelzikaden

 

Seit 2003 erste schwarzholzverdächtige Lembergerrebstöcke im Gundelsheimer Himmelreich beobachtet worden sind, hat sich die Schwarzholzkrankheit in Baden-Württemberg rasant ausgebreitet. Bei intensiven Kontrollen wurden bis zum Jahr 2007 38 Standorte mit 47 verschiedenen Rebflächen gefunden, von denen 9 Standorte mehr als 30% Befall aufwiesen ( Tabelle). Die PCR-Analyse der BBA in Bernkastel-Kues zeigte, dass fast alle Standorte den Brennnesseltyp der Schwarzholzkrankheit aufwiesen.

In einem vom MLR Baden-Württemberg finanzierten Forschungsprojekt sollen Verbreitung, Ursache und Bekämpfungsmöglichkeiten der Schwarzholzkrankheit untersucht werden. Zur Ermittlung der Verbreitung der Schwarzholzkrankheit sollen Blattproben verdächtiger Rebstöcke vor allem in den Monaten Juli/August gezogen werden und auf die Erreger der Krankheit untersucht werden. Für Ihre Mithilfe bei der Meldung schwarzholzverdächtiger Rebstöcke sind wir dankbar.   Online-Umfrageformular

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