Service-Navigation

Suchfunktion

Dienstleister für Region und Winzer

Im Gespräch mit acht Weinerlebnisführern aus Württemberg

 

 

Evelyn Schmidt

Marketing und Tourismus

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg

 

 

Die Ansprüche der Touristen sind hoch. Wer Urlaub in einer Weinregion verbringt, erwartet Qualität und Service von A bis Z. Neben der Weinqualität und der Qualität der touristischen Infrastruktur gehören dazu vor allem die Menschen, die Weintourismus vor Ort umsetzen. Schlüssel zum Erfolg ist qualifiziertes Personal für die Gästebetreuung und im Weinverkauf.

 

Wir zeigen im folgenden Beitrag wie Gästeführer aus Württemberg nach der Ausbildung zum Weinerlebnisführer Weintourismus in all seinen Facetten in den Regionen umsetzen. Eine spannende Entwicklung. Seit 2008 sind in bisher drei Lehrgängen 76 Frauen und Männer in Württemberg ausgebildet worden. Seitdem sind viele Angebote entstanden. Weinbaubetriebe, Städte und Gemeinden, Hotels und Gastronomie arbeiten mit den Weinerlebnisführern zusammen. Seit 2009 gibt es den Weinerlebnisführer Württemberg e.V.

 

Regine Sommerfeld, Brackenheim

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Ich bin mit dem Weinbau aufgewachsen und seit über zehn Jahren als Stadtführerin in Brackenheim unterwegs. Der Wein gehört hier einfach dazu. Die Qualifikation zur Weinerlebnisführerin lag nah. Beruflich habe ich mich damit komplett neu orientiert. Neben der Arbeit in der Touristinformation liegt mein Schwerpunkt heute auf Gästeprogrammen und Führungen.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Kombinierte Wein- und Stadtführungen, Weinkulturspaziergänge, Wanderungen, Weinproben, Busbegleitungen und Events. Seit einiger Zeit gibt es Stadtführungen im historischen Kostüm.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Wichtige Partner sind für mich die Weinbaubetriebe. Ich arbeite mit Genossenschaften und Weingütern in Brackenheim und Cleebronn zusammen. Ich betreue die Gäste der Betriebe und führe sie durch Weinberge und Keller. In Zusammenarbeit mit einem Gastronom biete ich kulinarische Weinproben an. Spannend ist eine Kooperation mit einem Hofcafé und einem Weingut. Unter dem Motto „Die genussvollen Drei“ bieten wir erlebnisreiche Nachmittage in der Region.

Wie werden Touristen auf Ihr Angebot aufmerksam?

Anfragen kommen vor allem über Empfehlungen. Gäste, die schon mal da waren, kommen wieder oder sagen es weiter. Wichtige Partner sind die Tourismusverbände, die Werbung für Region und Angebot machen. Über die Plattform www.weinerlebnistour.de kommen deutschlandweit Anfragen.

Wer sind Ihre Gäste?

Einheimische, die besondere Events für Geburtstage und Jubiläen suchen, Firmen, Vereine bis hin zu Weintouristen, die eine Weinreise nach Württemberg unternehmen. Meine letzte Anfrage kam aus dem Kölner Raum. Man muss flexibel sein und braucht ein Umfeld, das zusammenarbeitet.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Anfragen nehmen zu. Aber auch die Ansprüche steigen. Ich werde mich weiter qualifizieren und lege Wert darauf, auf die individuellen Wünsche der Gäste einzugehen.

 

Doris Schöpke-Bielefeld, Stuttgart

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Ich habe viele Kontakte in der Weinbranche geknüpft. Als ausgebildete Gästeführerin und Diplom-Übersetzerin ist das eine optimale Ergänzung. Mein Führungsangebot hat sich durch den Wein erweitert. Das Interesse an Programmen ist groß.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Stadtführungen durch Stuttgart und Esslingen, eigene Angebote zum Thema Wein, Weinproben, Firmenevents. Beliebt sind die Stäffelestouren durch Stuttgart. Neu in diesem Jahr sind Führungen über das Stuttgarter Weindorf mit vielen Proben und Verkostungen.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Ich arbeite sehr eng mit einer Weinerlebnisführerin aus dem Remstal zusammen. Wir entwickeln gemeinsam Programme und betreuen Veranstaltungen mit größerer Personenzahl. Wichtige Partner sind die Weinbaubetriebe, die Stadt, das Landesmuseum sowie Gastronomie und Kultureinrichtungen. 

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Anfragen kommen vor allem über Empfehlungen und den persönlichen Kontakt und über das Internet. 

Wer sind Ihre Gäste?

Menschen aus der Region, die Interesse an Stadt, Wein und Geschichte haben. Zudem Firmen und internationale Gruppen. Führungen in Englisch, Französisch und Spanisch sind gefragt.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Ich möchte Wein- und Sensorikseminare anbieten und meine Angebote und Kooperationen erweitern. Da das Thema Wein ein unerschöpfliches ist, werde ich mich auch in Zukunft weiter fortbilden.

 

Regina Weihbrecht, Bretzfeld

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Die Ausbildung hat mich motiviert Gästeführungen auf unserem Weingut anzubieten. Seitdem hat sich das Thema zu einem Zusatzangebot und neuen Standbein entwickelt. Ich habe durch neue Angebote weininteressierte Leute auf dem Hof, die Wein vor Ort erleben und kaufen. Eine bessere Werbung für unser Weingut gibt es nicht.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Im Mittelpunkt meiner Angebote stehen die Region und der Wein. Wir kombinieren die Gästeprogramme mit unserer Besenwirtschaft. Beliebt ist unser Angebot „Mit 2 PS durch´s Himmelreich“ eine Weinerlebnistour mit Pferdeplanwagen, außerdem Busbegleitungen mit Verkostungen.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Vor allem über unsere Besenwirtschaft und das Internet. Wir haben einen eigenen Flyer entwickelt, den wir an Besengäste und Weinkunden geben.

Wer sind Ihre Gäste?

Kleinere und größere Gruppen zwischen 10 und 30 Personen, Firmen, Vereine und Clubs, Privatpersonen und zunehmend junge Leute. Gerade ist eine Anfrage für eine asiatische Gruppe gekommen. Im Herbst sind es vor allem Bustouristen.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Die Voraussetzungen sind optimal. Die Buchungen für 2012 kommen. Wir wollen den Betrieb weiter auf Weintourismus ausrichten und planen Gästezimmer.

 

Renate Gysin, Forchtenberg

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Die Gästebetreuung war für mich Neuland. Durch die Ausbildung habe ich die Grundlagen erlernt und Sicherheit im Umgang mit Gästen bekommen.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Weinführungen rund um Geschichte, Gschichtlich, Land und Leute - auch in Mundart.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Ohne einen eigenen Betrieb im Hintergrund braucht man Partner. Für meine Führungen beziehe ich Weine der ortsansässigen Kellereien. Für eine Kellerei führe ich Gästegruppen durch Weinberge und Keller. Ich arbeite mit einem Hotel zusammen und biete Führungen für Hotel- und Tagungsgäste in kleinen Gruppen. Wir arbeiten gerade an einem Konzept für kulinarische Weinproben.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Anfragen kommen direkt über die Gäste oder Partnerbetriebe. Gemeinsam mit anderen Weinerlebnisführern aus der Region haben wir einen Flyer mit Angeboten entwickelt. Zudem sind wir auf der Homepage unserer regionalen Tourismusorganisation und der Weinerlebnisführer zu finden.

Wer sind Ihre Gäste?

Gäste aus ganz Deutschland von Norddeutschland bis Bayern und Einheimische aus der Umgebung, Kleingruppen und Ausflügler.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Ich will mein Führungsangebot, speziell das Thema Busbegleitungen, weiter ausbauen.

 

Claudia Steinbrenner, Grantschen

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Ein tieferes Fachwissen, rhetorische und touristische Grundlagen. Mit dem Abschluss kam die Motivation und der Wunsch mehr in diesem Bereich zu machen. Neben dem Weinbau ist ein neues berufliches Standbein entstanden.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Erlebnistouren, Weinführungen, Verkostungen, Seminare.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Ich arbeite für die Genossenschaft und mit Weingütern der Region zusammen, für diese betreue ich Veranstaltungen, Gästeführungen und Verkostungen. Für ein Hotel und Restaurant in Weinsberg übernehme ich Weinproben und Führungen für Wochenendtouristen, Firmen und Pauschalurlauber.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Anfragen kommen direkt oder über die Partner. Gemeinsam mit der Genossenschaft wurde ein Veranstaltungsprogramm mit Führungen aufgelegt. Über die Homepage der Weinerlebnisführer und Facebook kommen ebenfalls Anfragen.

Wer sind Ihre Gäste?

Privatpersonen, Vereine und Gruppen aus ganz Deutschland, vor allem Firmen aus dem Stuttgarter und Heilbronner Raum.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Ich möchte neue Ideen einbringen und mein Netzwerk weiter ausbauen. Geplant sind Weinerlebnistouren mit Segways und eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden.

 

Dorothee Hönnige, Brackenheim

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Als Mitglied der Genossenschaft bin ich seit jeher mit dem Weinbau verbunden. Der Weinbau liegt mir am Herzen, und das möchte ich an Gäste weitergeben. Vor der Ausbildung habe ich keine einzige Gästeführung geleitet. Heute ist es ein Spezialangebot.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Individuelle Führungen im Weinberg mit der Winzerin für jedes Zeitbudget und zu allen Jahreszeiten, Weinproben, Planwagenfahrten durch die Weinberge, Kellerführungen, Rahmenprogramme für Tagungen.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Anfragen kommen fast ausschließlich über die Genossenschaft, außerdem über die Touristinformation und die Sonntagstouren der Weinerlebnisführer.

Wer sind Ihre Gäste?

Betriebsausflüge, Busgruppen und Geschäftsreisende.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Die Anfragen nehmen zu. Geplant sind neue Themenführungen, vielleicht mit Segways oder ein Tag des Rebschnitts.

 

Klaus Liebler, Gundelsheim

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Mit der Präsentation von Weinen der Weingüter hat es angefangen. Danach kam die Kombination mit Stadtführungen. Heute ist das Angebot noch bunter und vielfältiger.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Führungen, regionale und überregionale Weinproben, kulinarische Weinverkostungen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gastronomie, Busbegleitungen, Weinreisen, Aktivprogramme vom Wengerterabitur bis zur Gundelsheimer Stadt- und Weinralley. Neu ist das Angebot Wandern mit dem Esel auf dem Michaelsberg.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Wichtige Partner sind neben der Stadt die Weingüter. Zusammen mit einem weiteren Gundelsheimer Weinerlebnisführer arbeiten wir darüber hinaus mit einem Anbieter für Kanu-, Fahrrad- und Aktivtouren, einer Schokoladenmanufaktur und einer Kräuterpädagogin zusammen, gehen auch gemeinsam auf Messen.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Über persönliche Empfehlungen, die Touristinformation der Stadt Gundelsheim, regionale Tourismusverbände, über Busreiseveranstalter und Weingüter.

Wer sind Ihre Gäste?

Bunt gemischt, zunehmend auch ältere Zielgruppen. Die letzten Gästegruppen kamen aus Aalen und Ulm. Die Bedeutung des ÖPNV mit Zug-, Bus- und Schiffsverbindungen nimmt zu. Viele reisen mit dem Baden-Württemberg-Ticket der Bahn.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Anfragen nehmen zu. Viele Wochenenden sind bereits ausgebucht.

 

Eva Wöhr, Bönnigheim

 

Was hat sich seit der Ausbildung verändert?

Mein Auftreten ist sicherer geworden. Seit knapp zwei Jahren betreue ich den Bereich Events und Veranstaltungen in der Strombergkellerei. Die Ausbildung war für mich und die Kellerei der große Einstieg in das Thema Gästeführungen.

Was können Weintouristen bei Ihnen erleben?

Weinproben, Betriebsführungen, kulinarische Veranstaltungen wie Spargel und Wein. Besonders beliebt ist unser Angebot „4 Lagen - 4 Weine“ eine Rundfahrt mit dem Bus durch unsere Weinlagen. Meine Zuständigkeit reicht von der Bearbeitung der Gästeanfragen bis zur Programmabstimmung, Durchführung und Rechnungsstellung.

Mit wem arbeiten Sie zusammen?

Die Mitglieder sind stolz, dass in der Kellerei etwas passiert. Dieser Rückhalt ist wichtig. Wir arbeiten zudem mit Erzeugern aus der Region zusammen.

Wie werden Touristen auf das Angebot aufmerksam?

Über das Internet und unseren jährlichen Veranstaltungsflyer mit allen Terminen.

Wer sind Ihre Gäste?

Interessanterweise viele Neukunden, die unseren Betrieb vorher nicht kannten. Leute aus dem näheren Umfeld bis 50 km, Kurzurlauber und Wochenendtouristen, die gern Wein trinken und uns näher kennen lernen wollen.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Wir wollen neue Themen entwickeln. Mit einer Obsthalle arbeiten wir derzeit an einem Angebot „Obst & Wein“.

 

Ausführliche Informationen zu den Weinerlebnisführern gibt es im Internet unter www.weinerlebnistour.de

 

 

  zurück

Fußleiste