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Weinerlebnisführer Württemberg

Region vermarkten und Wein verkaufen

 

Evelyn Schmidt

Marketing und Tourismus

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg

 

Seit 2008 wird in Zusammenarbeit mit dem Weininstitut Württemberg und der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg die Ausbildung zum Weinerlebnisführer Württemberg durchgeführt. Die Ausbildung umfasst weit mehr als 150 Stunden.

Themenschwerpunkte sind Weinbau, Kellerwirtschaft, Sensorik, Ökologie, Flora, Fauna, Weinbaulandschaften, Didaktik und Kommunikation. Hoch qualifizierte Dozenten der Weinbauschule Weinsberg, vom Deutschen Weininstitut, der Hochschule Heilbronn, den regionalen Tourismusverbänden und aus Betrieben der Weinwirtschaft gestalten den Lehrplan.

In bisher vier Lehrgängen sind 101 Frauen und Männer aus Württemberg ausgebildet worden. Das Konzept ist mittlerweile erprobt. Der Lehrplan verzahnt Theorie und Praxis. Neben Seminaren stehen Workshops, Exkursionen und praktische Trainingseinheiten auf dem Programm. Hinzu kommen Begegnungen mit Fachleuten und intensive Einblicke in die Regionen Württembergs. Impulse und Ideen für die spätere Arbeit als Weinerlebnisführer gibt es reichlich.

 

Aus der Region für die Region

Die Ausbildung schließt mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung und einer Hausarbeit ab. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 45 – 50 Jahren, fast drei Viertel sind Frauen. Sie kommen aus den Stadt- und Landkreisen Heilbronn, Stuttgart, Ludwigsburg und Hohenlohe, den Regionen Kraichgau-Stromberg, dem Remstal bis ins Gebiet der Schwäbischen Alb. Ein Großteil der Teilnehmer ist in der Weinwirtschaft tätig oder betreibt einen eigenen Weinbaubetrieb, ein Viertel arbeitet bereits aktiv als Stadt- und Landschaftsführer.

 

Die Ausbildung zum Weinerlebnisführer bietet Praxisnähe und Ideen für eigene Gästeprogramme...

 Die Ausbildung zum Weinerlebnisführer bietet Praxisnähe und Ideen für eigene Gästeprogramme...



Gefragte Tourismusspezialisten

Die Weinwelt ist im Umbruch und Weinerlebnisführer damit gefragter denn je. Die Herausforderungen der Weinwirtschaft lauten heute: mehr bieten als andere, Kunden emotional binden, begehrte Regionen und Produkte bieten, Besucher nachhaltig begeistern. Ein Ansatz und Anspruch, der in Württemberg von über 100 Weinerlebnisführern umgesetzt wird. Die Qualifizierung weinkompetenter Gästeführer ist grundlegender Baustein und Motor für die weintouristische Entwicklung. Viele Weinbaubetriebe, Kommunen, Hoteliers, Gastronomen und Kultureinrichtungen arbeiten bereits mit den Weinerlebnisführern zusammen.                  
 

... wie hier bei der Weinerlebnislese, ...

 ... wie hier bei der Weinerlebnislese, ...

 

Lila steht für Erlebnisse

Seit 2009 gibt es den Weinerlebnisführer Württemberg e.V. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich die Gruppierung fest im Gebiet etabliert. Allein 2011 haben mehr als 20.000 Gäste an den Weinerlebnisführungen teilgenommen. Die Weinerlebnisführer sind mittlerweile begehrte Partner der Weinwirtschaft und geschätzte Mitglieder in vielerlei Gremien und touristischen Projektgruppen der Kommunen und Regionen. Die wohl wichtigste Multiplikatorleistung: Sie geben Denkanstöße für neue Konzepte und fordern und fördern die Zusammenarbeit im Gebiet.

Von Anfang an im Vorstand aktiv sind Armin Englert aus Gundelsheim (1. Vorsitzender) und Gudrun Link aus Brackenheim-Hausen (Schatzmeisterin). Seit diesem Jahr neu dabei ist Dietmar Ott aus Hohenhaslach als 2. Vorsitzender. Unterstützt werden sie durch die Beauftragten Elke Ott aus Winnenden, Doris Schöpke-Bielefeld aus Stuttgart und Claudia Steinbrenner aus Grantschen in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Messen und Werbemittel. Ohne Engagement und Teamarbeit aller Weinerlebnisführer geht es jedoch nicht. Die Entwicklung der Gruppe ist rasant. Die Anlaufphase ist gemeistert und Erfolge stellen sich ein.

Zum Aufschwung verhalf sicherlich auch der von Anfang an geschlossene und einheitliche Auftritt der Weinerlebnisführer. Logo, Outfit, Internetseite, Flyer - alles verkörpert die gemeinsame Idee. Die Farbe lila ist zum Markenzeichen geworden.

   

... bei der die Teilnehmer ihren eigenen Wein lesen und keltern (Fotos: Schmidt)
... bei der die Teilnehmer ihren eigenen Wein lesen und keltern (Fotos: Schmidt)

 

Von einander abgrenzen

Meinungen und Ideen der Mitglieder sind vielfältig. Hinzu kommen strukturelle Unterschiede in den einzelnen Gebieten. Herausforderungen, die der Verein meistern muss. Weinerlebnisführer stehen wie alle anderen auch in Konkurrenz zueinander und zu anderen Freizeitangeboten. Ansporn, noch besser zu sein und sich durch innovative, schwer kopierbare Angebote abzuheben.

Die meisten Weinerlebnisführer haben ihre Themen und Leistungspartner gefunden und sich als wertvoller Partner und Dienstleister für Weingüter, Genossenschaften, Gastronomie, Hotellerie und Kommunen etabliert. Sie integrieren gekonnt die Attraktionen und vorhandenen Angebote ihrer Gebiete und bieten Weinerlebnistouren in Kombination mit Planwagen- und Segwayfahrten, Fahrradtouren, Ausflüge mit Oldtimerbussen, Schiff- und Kanufahrten, thematische Weinproben, Wanderungen uvm. Als Gruppe decken die Weinerlebnisführer fast alle Regionen und viele Reisethemen ab. Die Angebote sind individualisiert, mehrsprachig und abgestimmt auf verschiedene Zielgruppen buchbar.

 

Als wichtige Botschafter unterwegs

Wer gute Erfahrungen mit den Weinerlebnisführern gemacht hat, greift dankbar auf die Profis zurück und delegiert die Gästebetreuung. Einige Betriebe und Kommunen haben die Idee Weinerlebnisführer bereits früh erkannt und sorgen in der Saison für ausgebuchte Gastgeber. Sie haben verstanden, dass Weinerlebnisführer nicht nur Wein und Region näher bringen, sondern durch ihre Angebote zu höheren Gästefrequenzen und zum Direktverkauf beitragen. In anderen Gebieten ist die Zusammenarbeit hingegen noch zurückhaltend. Hier haben die Weinerlebnisführer oftmals die Vorreiterrolle und müssen alte Strukturen aufbrechen.

Zu den wichtigsten Funktionen des Weinerlebnisführer-Vereins gehören Netzwerkbildung und Wissenstransfer. Gästeanfragen reichen meist weit über die eigentlichen Weinerlebnistouren hinaus. Hier sind Kenntnisse über Ort und Region gefragt. Neben regelmäßigen Lehrfahrten und Fortbildungen steht der Austausch in und über die Region Württemberg hinaus im Fokus.

Weinerlebnisführer müssen die Regionen in ihrer Gesamtheit präsentieren. Sie müssen es schaffen, sich in den Gast hineinzuversetzen und eine ansteckende Begeisterung für ihre Heimat zu entwickeln. Nur wer begeistert ist, kann andere begeistern. Nur wer es schafft, sich die Schönheiten und Stärken seiner Region zu vergegenwärtigen wird Gäste und Besucher anziehen.

 

Zu Gast in Württemberg

Auch auf deutscher Ebene vernetzen sich die Gästeführer. Das vom Deutschen Weininstitut veranstaltete Forum Kultur & Wein der deutschen Weingästeführer wird 2013 erstmals in Württemberg stattfinden. Auf www.deutscheweine.de gibt es unter "Tourismus" weitere Informationen.

 

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