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Brotgetreide

Marktlage Getreide

Welt:
Nach vier aufeinander folgenden Jahren mit deutlich positiver Weltgetreidebilanz sind die Endbestände wieder auf ein solides Niveau angewachsen. In der Septemberschätzung beziffert das USDA den Weltgetreide-Endbestand zum 30.6.17 (ohne Reis) auf 517 Mio. t. Daraus errechnet sich für 2016/17 eine Relation Endbestand zu Erzeugung von 25,1 %, knapp 0,5 % über Vorjahresniveau, was einer Reichweite der Endbestände von knapp 92 Tagen entspricht, so hoch wie zuletzt zur Jahrtausendwende. Für 2017/18 weist das USDA erstmals wieder eine defizitäre Getreidebilanz aus. Einer Erzeugung von 2.061 Mio. t steht ein Verbrauch von 2.081 Mio. t gegenüber. Dennoch wird die Versorgung auch im laufenden Wirtschaftsjahr bei einem prognostizierten Endbestand zum 30.6.18 von 493 Mio. t weiterhin als solide bewertet. Die Schätzung des IGC zeigt ähnliche Tendenzen.



Europa:
Im September schätzte die EU-Kommission die EU-Getreideernte 2016 auf 294,2 Mio. t. Der Verbrauch lag mit 281,3 Mio. t nur wenig darunter. Die Drittlandexporte 2016/17 liegen mit 38,1 Mio. t rund 14 Mio. t unter Vorjahr. Die EU-Endbestände zum 30.6.17 wurden auf 38,5 Mio. t taxiert und lagen trotz des geringeren Exports deutlich unter Vorjahr (45,6). Für 2017/18 schätzt die EU-Kommission im September die Ernte mit 298,6 Mio. t um gut 3 Mio. t besser ein, als noch im Juli (295,4). Im Februar waren noch 15 Mio. t mehr erwartet worden.



Deutschland:
In seiner sechsten Schätzung sieht der DRV die deutsche Ernte 2017 bei 44,9 Mio. t (2016: 45,4 Mio. t). Eine leichte Einschränkung der Anbaufläche (‑0,4 %), bei etwas schwächeren Erträgen (-0,6 %) führt zu diesem Ergebnis. Gegenüber der 5. Schätzung wurde die Ernte 2017 wegen der ungünstigen Erntebedingungen und zahlreicher Schadwetterereignisse in Osten und Norden Deutschlands um 1,5 Mio. t nach unten korrigiert.


Stand: 29.09.2017

Marktlage Weizen

Vom USDA wurde die Welt-Weizenernte 2016/17 zuletzt auf 753 Mio. t geschätzt. Die solide Versorgung bei einem Verbrauch von 736 Mio. t ließ die Endbestände auf 256 Mio. t (stock-to-use-ratio = 34,8 %) anwachsen. Für 2017/18 wurden die Zahlen leicht nach oben korrigiert, man erwartet ebenfalls eine leicht positive Bilanz mit einer Erzeugung von 745 Mio. t bei einem Verbrauch von 737 Mio. t. Für die EU schätzte die Kommission die Weizenernte 2016 auf 142,9 Mio. t, gut 16 Mio. t weniger als im Vorjahr. 2017 soll die EU-Weizenernte wieder 149,6 Mio. t betragen. In Deutschland wurden 2016 24,46 Mio. t Weizen gedroschen. Für 2017 schätzt der DRV in seiner sechsten Ernteschätzung nach einer Abwärtskorrektur um 1 Mio. t die Weizenernte auf nur noch 24,34 Mio. t (-1,1% gg. Vj.). Der Weizendrusch war deutschlandweit aufgrund starker Niederschläge immer wieder ins Stocken geraten. Vielerorts waren Niederschlagsmengen gemessen worden, die ein Vielfaches der durchschnittlichen Juli-Niederschläge aufwiesen. Schwache Fallzahlen und Auswuchs waren die Folge, so dass wieder einmal Qualitätsware knapp werden könnte. Die Brotweizenpreise waren nach der Ernte leicht rückläufig auf inzwischen 13,50 €/dt. Die Prämien für Qualitätsweizen konnten dagegen leicht zulegen. Insbesondere E-Weizen hat nach der Ernte kaum nachgegeben und erzielt derzeit Preise um 16,20 €/dt.


27.09.2017

Terminmarkt Weizen

Der Dezemberkontrakt an der MATIF verlor nach einer Spitze bei 187 €/t Anfang Juli deutlich an Boden. Anfang September notierte er noch bei 157 €/t. In den letzten Wochen war eine leichte Stabilisierungstendenz sichtbar, aktuell notiert er bei 165 €/t. An der CBoT notierte Dezemberweizen Anfang Juli bei 580 US-ct/bushel, zeigte aber im Laufe des Monats ebenfalls deutlich rückläufige Tendenz und verlor im Juli und August gut 140 auf 440 US-ct/bushel. Aktuell tendiert US-Weizen zwischen 440 und 450 US-ct/bushel seitwärts.

27.09.2017

Qualitätsweizen
Brotweizen
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Marktlage Roggen

Guter Roggen ist knapp. Die Roggenernte 2017 fiel in Deutschland mit 2,77 Mio.t rund 12,7% niedriger als im Vorjahr (3,17 Mio.t) aus. Gründe dafür waren vor allem in der reduzierten Aussaatfläche (- 5,8%) als auch geringere Erträge mit 51,5 dt/ha (Vj.: 55,6). Aufgrund der eher engen Versorgung konnte sich Roggen etwas aus der Gesamtsituation im Getreidemarkt befreien. Deutschlandweit werden Mitte September 2017 Preise für Brotroggen bei 14,40 €/dt genannt, gut 2,- €/dt über Vorjahresniveau. Auf Großhandelsebene bewegen sich die Notierungen in Mannheim (franko Mannheim) in einem Band zwischen 17,80 bis 18,- €/dt ebenfalls deutlich über Vorjahr.


27.09.2017

Brotgetreide 10 Jahre
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2


Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6


Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3


 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.

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